JoschAudio   
    Wiedergabe aus Sicht der Ohren   

Der biologische Grundsatz des Hörens –

und warum Zeitrichtigkeit bei zwei Ohren kein Voodoo ist

Stell dir vor, du stehst nachts im Wald. Links knackt ein Ast. 

Du drehst den Kopf blitzartig genau dorthin – reflexartig. 


Warum?


Weil Schall sich mit 343 m/s ausbreitet. 

Das Knacken erreicht dein linkes Ohr einen winzigen Sekundenbruchteil früher als dein rechtes. 

Dein Gehirn nutzt diese winzigen Differenzen und weiß sofort: 

Wo passiert was? 

Erst die Richtung, dann das Erkennen. Ein uralter biologischer Überlebensinstinkt.



Am Trommelfell kommt ausschließlich Schall an. 

Keine Absichten, keine Interpretationen. Nur mechanische Druckschwankungen 

mit ihren realen Zeit- und Pegelunterschieden.


Und jetzt auffe Couch vor die Lautsprecher:

HiFi soll die aufgezeichneten Schallinformationen dieses realen Ereignisses 

möglichst RICHTIG WIEDER_geben.


Damit das Gehirn den aufgenommenen Raum tatsächlich wiedererkennt, 

müssen die zeitlichen Verhältnisse der Schallanteile zueinander erhalten bleiben:


Was früher war, muss wieder früher ankommen.
Was später war, muss wieder später ankommen.


Die zeitlichen Beziehungen des Originals müssen im wiedergegebenen Schall stimmen.


Hier beginnt das HiFi-Problem: 

Wenn Fehler der Wiedergabekette dazu führen, 

dass Schallanteile zeitlich versetzt, verfälscht oder durch Resonanzen überlagert abgestrahlt werden, 

empfängt das Trommelfell ein anderes Schallsignal als das ursprünglich aufgenommene. 


Die Datenlage am Ohr wird damit unpräzise.



Das Scheinargument der Skeptiker:

Wer behauptet,
„das Gehirn macht das schon“, 

verwechselt die physikalische RICHTIGKEIT des empfangenen SCHALLS 

mit der Fähigkeit unseres Gehirns, 

auch aus unzureichenden Informationen 

noch plausible Ereignisse zu erkennen.


Gegenfrage: 

Wenn du durch eine verschmutzte, verzerrende Windschutzscheibe schaust – 

erkennst du den Baum am Straßenrand? 

Ja. 

Siehst du ihn deshalb unverfälscht und so, wie er wirklich da steht? 

Nein.


Genau das passiert beim Hören: 

Das Gehirn kann aus Mustern, Erinnerungen und Erfahrungen interpolieren. 

Aber es kann einmal verfälschte Schallinformationen am Trommelfell 

nachträglich nicht mehr physikalisch geraderücken.


Unser Gehirn kann aus falschem Schall durchaus ein plausibles Wo errechnen.
Aber woher soll das Gehirn wissen, 

ob dieses errechnete Wo auch dem tatsächlichen ORT entspricht?


Aus dem empfangenen Schall allein kann es das nicht sicher wissen.


Denn plausibel ist noch lange nicht richtig.


Das Fazit:

Echte Räumlichkeit entsteht nicht allein durch Interpretation im Kopf.
Sondern durch möglichst 

richtige zeitliche, räumliche und energetische Schallinformationen.


Vor allem durch die richtigen zeitlichen Beziehungen 

der Schallanteile zueinander.


Pünktlich am Ohr.


Das Gehirn 

kann nur den SCHALL auswerten, 

der tatsächlich ankommt. 

Nicht den, 

der ursprünglich hätte ankommen sollen.


Schön ist Geschmack und damit egal.

Das Echt richtig erleben dagegen ist unsere Biologie.

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