Wir hören stets die Vergangenheit –
doch kaum jemand ist sich dessen bewusst.
Selbst die High-End-Branche berücksichtigt diesen Umstand nicht –
weil er im gesamten HiFi-Denken schlicht nicht vorkommt.
Ihre Geräte erzeugen Schall,
dem die Eigenschaft zeitlicher Vergangenheit fehlt.
Konkret:
Die laufzeitbedingten Differenzen selbst feinster Schall-Einzelereignisse
aus dem Umgebungsraum eines ursprünglichen Gesamtwerks
verlieren ihre Erkenn- und Auswertbarkeit.
Mit dem Verlust dieser zeitlichen Verortungsmöglichkeit
verliert der Schall sein natürliches Echt der Vergangenheit –
und damit das Merkmal,
das wir im Leben niemals ohne hören.
Was im HiFi dabei passiert
Die Energie des Schalls bleibt erhalten.
Aber ihre zeitliche Struktur wird unlesbar.
Nicht theoretisch.
Nicht metaphorisch.
Sondern ganz praktisch –
zu jedem Geräusch geht die Zeit verloren.
Warum das unser Hören zerstört
Unser Gehör ist auf die Schallgeschwindigkeit von 343 m/s geeicht.
Aus entsprechenden Schalllaufzeiten entstehen:
- Entfernungen
- Richtungen
- Räume
- Bewegungen
→ also das Gefühl, dass etwas real passiert.
Diese Zeitstruktur ist keine Option.
Sie ist die Grundlage unseres Hörens.
Fehlt sie, bleibt Klang —
aber kein Ereignis.
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HiFi-Schall besitzt selbstverständlich auch eine Vergangenheit –
denn auch er breitet sich mit endlicher Geschwindigkeit aus.
Doch diese Vergangenheit entsteht erst ab den Lautsprechermembranen.
Die ursprüngliche zeitliche Struktur der Musikereignisse –
also die Laufzeitdifferenzen aus dem realen Entstehungsraum der Musik –
sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits verändert.
Was unser Ohr erreicht, ist daher nicht mehr die natürliche
Vergangenheit aus dem ursprünglichen Ereignisraus der Musik,
sondern eine neu entstandene, musikfremde Vergangenheit.
Die physikalische Ausbreitung bleibt zwar korrekt.
Aber die zeitliche Ereignis-Verortung, aus der unser Gehör im echten Leben
Ursprungsräume berechnet, wurde zuvor zur Unkenntlichkeit deformiert.
Das ist das serienmäßige HiFi-Problem
HiFi-Anlagen treiben die Membranen auf den ersten Blick korrekt an.
Aber nicht mehr ausschließlich nach der ursprünglichen Zeitordnung des Musikereignisses.
Während des Betriebs entstehen in Geräten eigene elektrische und mechanische Prozesse:
Stromrauschen, Restwelligkeit der Versorgung, Rückwirkungen der Ausgangsstufen,
Mikrophonie von Bauteilen, Material- und Gehäuseresonanzen,
sowie magnetische und elektrische Streufelder.
Diese physikalischen Nebenaktivitäten erzeugen Spannungen und Ströme,
die das Nutzsignal überlagern, bevor es die Membran erreicht.
Jeder dieser Vorgänge, jede feinste mechanische Amplitude, besitzt eine
eigene zeitliche Struktur – mit Beginn, Dauer und Abklingen.
Da Ströme, Felder und mechanische Strukturen im Gerät gekoppelt sind,
legen sich diese Nebenaktivitäten auf Masse- und Signalleitungen –
also genau auf jene Wege, über die die Membranen angetrieben und kontrolliert werden.
So werden die Signalströme zeitlich und energetisch überlagert.
Die zeitliche Eindeutigkeit der Schallinformation geht verloren.
Feinste zeitliche Differenzen werden vormoduliert –
im Klartext: verfälscht.
Schall ist noch da.
Musik ist noch hörbar.
Doch die zeitliche Plausibilität fehlt.
Darum entsteht das HiFi-Paradox:
Es klingt eigentlich gut.
Aber es passiert nichts Echtes.
Warum ich damit nicht leben wollte
Mir reichte das nicht.
Nicht, weil Musik schlecht klang —
sondern weil sie nicht stimmte.
Also begann ich zu suchen –
zuerst nach einem Verständnis dafür,
wie Hören wirklich funktioniert.
Und erst viel später wurde mir klar,
dass der HiFi-Fehler nichts anderes ist als dieser:
Es wird Schall in groben Energiestrukturen erzeugt,
dem das präzise Zeitraster seiner Impulsierung abhandenkommt –
egal, wie teuer die Anlage ist.
Nicht nach Effekten suchte ich fortan,
sondern nach Wegen,
die zeitliche Integrität des Schalls zu bewahren,
also
So entstand JoschAudio —
keine Marke, kein Produkt,
sondern ein privates Hobby-Projekt für Menschen,
die Musik als lebendiges Ereignis erleben wollen,
genauso wie ich ;-)
Die logische Wahrheit für freie Geister:
Im echten Leben erreicht uns alles Gehörte über Laufzeiten.
Immer. Automatisch.
Wer diese Grundlage bei der Wiedergabe ignoriert,
hört nicht anders —
sondern hört falsch.
Weiter mit:
Nimmst du mir den Tiefschlag übel?
und
