JoschAudio    
         343 m/s = natürliches HiFi-Stereo     

Die verlorene Zeit

Warum HiFi schon unterhalb der Hörschwelle scheitert


Ein erstaunlicher Widerspruch begleitet die gesamte HiFi-Branche

Einerseits wird ständig über immer höhere Auflösung, immer feinere Details und

immer neue technische Wunderwerke gesprochen.



Andererseits wird das physikalische Fundament unseres Hörens fast nie erwähnt:


Das menschliche Gehör arbeitet intuitiv mit einer

extrem feinen zeitlichen Auflösung von Schall.


Und genau diese 

– für unser Gehör völlig normalen Zeitstrukturen – 

gehen serienmäßig in den Nebenwirkungen selbst  

teuerster High-End-Anlagen verloren.




Die zeitliche Präzision unseres Gehörs wird
von der HiFi-Branche bis heute kaum verstanden –
und noch viel seltener genutzt.



Die Basis von allem, was wir Hören:

Schall bewegt sich in Luft mit etwa


343 m/s


Das bedeutet:


• Schall legt in 10 µs (0,000010 s) etwa 3,43 mm zurück.


In dieser Größenordnung kann unser Gehör bereits
Richtungsunterschiede erkennen.




Zum besseren Verständnis:


10 µs  bedeuten 3,43 mm Luftschallausbreitung


In dieser winzigen Zeitspanne entscheidet unser Gehörn 
über Richtung, Raum und Entfernung. Intuitiv.


Resonanzen oder Nachschwingen der Membran,

resultierend aus HiFi-typischen Nebenwirkungen,
verändern genau diese Zeitstruktur.




Unser Gehirn nutzt winzige Unterschiede im Schalleintritt zwischen 

beiden Ohren – Unterschiede im Mikrosekundenbereich – um daraus 

eine räumliche Realität zu rekonstruieren.


Diese minimalen Zeitdifferenzen entscheiden über


• Richtung eines Schallereignisses
• Entfernung und räumliche Position
• Größe eines aufgenommenen Raumes


Verstanden? Wirklich begriffen?


Alles, was wir hören, ist bereits Vergangenheit.


Denn zwischen Entstehung eines Schallereignisses und seinem Eintreffen 

an unseren Ohren vergeht immer Zeit.


Unser Gehör arbeitet daher nicht primär mit „Klangfarben“.


Es verarbeitet zuerst Zeitinformationen.




Wie unser Gehirn Räume erkennt

Wenn ein Schallereignis entsteht, 

erreicht der Direktschall unsere Ohren zuerst.


Kurz danach folgen


• Reflexionen von Wänden

• Streuschall aus dem Raum
• weitere Energieanteile


Das Gehirn nutzt vor allem

die ersten Millisekunden eines Impulses

um zu bestimmen


• wo sich die Quelle befindet

• wie weit sie entfernt ist
• wie groß der Raum ist


Diese Informationen stecken in den
zeitlichen Strukturen der Schallenergie.




Stereohören funktioniert nicht über Pegel oder Klangfarben.
Stereo funktioniert über die Übertragung und Wahrnehmung von Zeit.




Transienten sind Zeitmarker

Transienten sind keine bloßen „Klangdetails“.


Sie sind die 
zeitlichen Marker eines Ereignisses.


  • Der Anschlag eines Klaviers,
  • der Beginn eines Trommelschlags
  • oder der Konsonant einer Stimme


markieren den Startpunkt eines Schallereignisses.


Genau diese Momente erkennt unser Gehör. 

Und das Gehirn nutzt sie zur räumlichen Orientierung. 



Unser Gehör ist ein auditives System zur Erkennung 

der räumlichen Struktur unserer Umgebung



Wenn die Marker verändert werden, verändert sich 

automatisch auch die räumliche Wahrnehmung.




Die entscheidende physikalische Konsequenz

Wenn unser Gehör Zeitunterschiede im Mikrosekundenbereich auswertet,


dann müssen auch die
Lautsprechermembranen diese Zeitstruktur

im Mikrosekundenbereich korrekt reproduzieren.

Denn am Ende jeder Wiedergabekette passiert einfach immer dasselbe:


  • Elektrische Signalströme treiben Lautsprechermembranen an.
  • Diese Membranen bewegen Luft.
  • Und genau diese Luftbewegungen übersetzt unser Gehör in Musik.



Die alles entscheidende Frage lautet daher:


Bewegen sich die Membranen exakt so, 

wie es das ursprüngliche Ereignis vorgibt – 

oder beginnen sie ein Eigenleben?




Das Realitätsproblem: 

musikfremde Membranimpulsierung


In realen HiFi-Systemen entstehen serienmäßig zahlreiche Nebenwirkungen:


• mechanische Resonanzen
• Energiespeicherung in Bauteilen
• elektrische Verzögerungen
• Nachbewegungen von Membranen und Gehäusen

Diese Effekte erzeugen zusätzliche Energieanteile mit eigener zeitlicher Struktur.



Und genau daraus entsteht das, was ich 


musikfremde Membranimpulsierung 


nenne.



Das bedeutet:


Die Membran führt Bewegungen aus, 

die im ursprünglichen Musikereignis nie existierten.

Und jede dieser zusätzlichen Bewegungen erzeugt wiederum eigenen Schall.


Schall, der nicht zur Musik gehört.




Die physikalische Konsequenz

Wenn sich eine Membran auch nur minimal anders bewegt,


als es das ursprüngliche Schallereignis erfordert


entstehen auch neue Zeitanteile im Schall.


Diese verändern


• Richtungsinformation
• Raumstruktur
• die körperliche Präsenz von Instrumenten


Das Gehör rekonstruiert dann nicht mehr 

auf Basis des ursprünglichen Schallereignisses.



Das ursprüngliche Ereignis wird dadurch verfremdet und

wir hören eine veränderte Wiedergabe der Vergangenheit.




Warum dieses Problem nie diskutiert wird

Die HiFi-Branche hat anscheinend immer noch nicht begriffen – 

in jedem Fall nie kommuniziert

dass wir überhaupt 


nur die Vergangenheit unserer Umgebung hören können.


Sie spricht lieber über ihre eigenen marketinggestreuten Modebegriffe, 

die verkaufsfördernd wirken sollen. 


Also über


• Auflösung

• Klangfarben
• Dynamik
• Detailreichtum


Solche Beschreibungen wirken beeindruckend.


Sie erklären jedoch nicht die eigentliche Grundlage unseres Hörens.


Denn räumliche Wahrnehmung entsteht nicht primär 

aus Frequenzen oder Pegeln, sondern


aus dem Erkennen der Zeitstrukturen von Schallenergie.




Die eigentliche Aufgabe von HiFi

Die wichtigste Aufgabe einer HiFi-Anlage besteht daher nicht darin,


• möglichst viele Details zu produzieren

• möglichst hohe Pegel zu erreichen
• möglichst lineare Frequenzgänge zu zeigen


Die entscheidende Aufgabe von HiFi lautet:


die zeitliche Struktur des ursprünglichen Schalls mit seiner Energie 

möglichst unverändert und zeitlich kohärent zu übertragen.



Es geht nicht darum, dem Signal „Klang“ hinzuzufügen.

Es geht darum, keine zeitlichen Fehler zu erzeugen.




Der entscheidende Punkt

Unser Gehör arbeitet erstaunlich präzise.


Es erkennt Richtungsunterschiede bereits bei Zeitdifferenzen


von wenigen Mikrosekunden.


Wenn eine Wiedergabekette diese feinen Zeitinformationen verändert,


geht ein Teil der räumlichen Information verloren.


Das Ergebnis kann beeindruckend klingen.


Aber es ist nicht mehr vollständig richtig. Nicht vollständig echt.


Klang ist kein Geschmack.
Klang ist Physik in Zeitform.


Wenn eine Anlage Zeit nicht korrekt überträgt,
kann sie auch kein echtes Ereignis wiedergeben.



Wer das bestreitet,
hat meist ein Interesse daran,
Geräte zu verkaufen, 

die Zeit nicht übertragen können.


Was Ohren können – und was nicht 

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