Am Ende macht die Membran alles richtig.
Leider auch das Falsche.
Wie die Musik gespeichert wird, ist völlig unterschiedlich,
und egal.
Denn irgendwann ist die Musik bei HiFi
elektrisch.
Da wird gewandelt, verstärkt und übertragen –
bis ganz am Ende aus Elektrik wieder
Mechanik wird.
Aus gespeicherter Information soll wieder Schall werden.
Und dafür müssen sich
Membranen bewegen.
Wer Schallplatte hört, hat dieses mechanische Problem sogar
zweimal.
Denn vorne muss auch die mechanische Bewegung der Nadel
in der Rille in Elektrik umgesetzt werden. Ist halt umgekehrt.
Dazwischen bleibt alles elektrisch.
Und egal, was auf diesem Spannungsweg passiert:
Am Ende impulsieren Membranen Luft.
Einschub... nur für Klugscheißer:
Natürlich haben Membranen Masse –
und damit unvermeidbare Trägheit.
Doch ohne lässt sich auf dieser Welt kein Schall impulsieren.
Der Anfang sollte
pünktlich beginnen. ;-) Mehr geht nicht.
Und nur dieser Schall erreicht uns.
Mehr bekommen unsere Ohren von der gesamten HiFi-Anlage nicht ab,
als das, was die Membranen umsetzen – in Schallenergie.
Doch die wissen nicht,
was zum ursprünglichen Ereignis gehört.
Sie machen einfach das,
was ihre antreibenden Schwingspulen vorgeben.
Kommt das Richtige an, bewegen sie sich dafür.
Kommt zusätzlich technisch verursachtes Falsches an,
bewegen sie sich dafür genauso.
Membranen machen auch Falsches richtig.
Aus beidem wird Schall.
Genau deshalb sind Fehler in der Wiedergabekette davor
die wahren Echtheits-Killer.
Wo das Falsche genau entsteht, ist ziemlich egal.
Elektrisch. Magnetisch. Mechanisch.
Kein Gerät arbeitet zu 100% richtig.
Und was von ihrem Falsch den Antrieb verändert,
wird sogar richtig wiedergegeben...
denn es war vorher schon falsch.
Der Sänger verschwindet deshalb nicht gleich.
Die Geige bleibt. Der Bass bleibt. Die Musik bleibt.
Vielleicht sogar wunderschön.
Doch wirkliches Musik-Erlebnis? –
Ist DAS:
Unser Gehör erkennt den ursprünglichen Ereignisraum aus
viel feineren zeitlichen und energetischen Beziehungen:
Das betrifft besonders die Schallportiönchen im musikalischen
dreidimensionalen Kreuz und Quer:
Direkt & Reflexion. Links & rechts. Früher & später.
Nähe & Entfernung.
Und dabei gilt etwas ziemlich Banales:
Je größer und komplexer das Ereignis war,
desto kleiner und feiner waren auch die Portiönchen,
die bei der Aufnahme ankamen –
oder uns beim Konzert erreichten.
Und damit gilt:
Je kleiner das Richtige im
Ursprungsereignis war,
desto weniger Falsches braucht
es bei der Wiedergabe,
um es zu überlagern.
Der Sänger singt noch.
Aber die Reflexionen der Wände?
Der ursprüngliche Raum?
Die richtige Entfernung -
das richtige Zueinander?
Klingt nach Jazzkeller - nicht nach Halle.
Der Finger auf der Basssaite - welcher Finger?
Das Richtige kann längst weg sein.
Deshalb interessiert allein
diese Frage:
Wieviel Falsches bewegt auch die Membran?
Denn technisch verursachtes Falsches,
das ihren Antrieb gar nicht erst erreicht,
kann sie auch nicht in Schall umsetzen.
Und genau darum geht es:
so wenig technisch verursachtes Falsches wie möglich
bis zur Membran kommen zu lassen.
Darin steckt eine
faszinierend-preisunabhängige
Logik:
Je weniger falsche Schallenergie die Trommelfelle betrommelt,
desto eindeutiger erkennt
unser Gehör,
WO
der Schall verursacht wurde –
und das Gehirn,
WAS
ihn verursacht hat...
da ganz vorne:
Am Anfang sämtlicher Schalllaufwege...
Also in der Vergangenheit ;-)