Die HiFi-Welt bemisst sich selbst
Die ganze HiFi-Welt fängt damit an,
den künstlichen Schall ihrer Geräte miteinander zu vergleichen.
Sie misst bis hinter die X-te Nachkommastelle genau.
Und danach wird beurteilt.
Ob der ursprüngliche Schall sämtlicher wahrgenommener Ereignisse
aber im Hörraum überhaupt richtig wiederholt wurde?
Ups ...
Eigentlich wäre das doch die Prio-1A-Frage gewesen.
Zumindest nach Adam Riese.
Denn erst wenn der ursprüngliche Schall richtig wiederholt wurde,
macht jeder weitere Vergleich überhaupt erst Sinn.
Der Denkfehler
Seit Jahrzehnten beantwortet die HiFi-Welt Fragen,
die sich erst nach der eigentlichen Frage stellen.
Sie fragt:
Welches Gerät ist besser?
Welcher Lautsprecher misst genauer?
Welcher Verstärker klingt besser?
Welche Technik ist überlegen?
Alles berechtigte Fragen.
Aber erst an zweiter Stelle.
Denn davor steht nur eine einzige:
Wurde der ursprüngliche Schall überhaupt richtig wiederholt?
Ausgerechnet die Frage aller Fragen fehlt
Die HiFi-Branche setzt seit Jahrzehnten einfach voraus,
dass der ursprüngliche Schall bereits richtig wiederholt wurde.
Nachgewiesen hat sie das nie.
Definiert hat sie es nie.
Zum Ausgangspunkt gemacht hat sie es nie.
Stattdessen beginnt sie sofort,
Geräte miteinander zu vergleichen.
Die vertauschte Reihenfolge
Die erste Frage wurde übersprungen.
Beantwortet wird seit Jahrzehnten die zweite.
Genau deshalb denkt die HiFi-Welt zu spät los.
Sie beginnt nicht bei der Natur.
Sie beginnt nicht beim Homo sapiens.
Sie beginnt nicht beim ursprünglichen Schall.
Sie beginnt bei ihren Geräten.
Mein Maßstab
Mich interessiert nicht,
welches Gerät künstlichen Schall am schönsten erzeugt.
Mich interessiert,
ob der ursprüngliche Schall überhaupt richtig wiederholt wurde.
Denn erst dann
hat Homo sapiens überhaupt eine Chance,
das ECHTE wiederzuerkennen.
Mein Schluss
Messungen sind vielleicht wichtig.
Gerätevergleiche möglicherweise ebenfalls.
Aber erst nach dem ECHT.
Denn wenn der ursprüngliche Schall schon nicht richtig wiederholt wurde,
was soll die präziseste Messung der Welt danach überhaupt noch beweisen?
Ich gehe in meinem persönlichen Urteil über Messungen
sogar noch einen logischen Schritt weiter:
Jedes Individuum ein und derselben Art erzeugt einen anderen messbaren Frequenzverlauf –
so die Stimme eines jeden Menschen, einer jeden Art Raubkatze oder Vogelart.
Trotzdem erkennt unser Instinkt die schallverursachende Art des Ereignisses sofort als ECHT.
Warum?
Weil unser Überlebensinstinkt nicht auf einen glatten Frequenzverlauf trainiert ist,
sondern auf das unbestechliche Zeit- und Impulsverhalten des Schalls.
Für mich ist der dogmatische Wunsch nach einem schnurgeraden Frequenzgang eine geschmacksbasierte Vorstellung,
die uns ein halbes Jahrhundert lang antrainiert wurde –
das perfekte Kaufargument für den Kopf, aber wertlos für den Instinkt.
Eine klassische Frequenzmessung schaut schlicht an der falschen Stelle hin.
Sie misst das starre Konstrukt,
während das lebendige Ereignis – das ECHT – schon vorbei ist.
Sie misst zu spät.
Es geht nicht um ein weiteres HiFi-Level, sondern darum,
Musik WIEDER als DAS ECHTE EREIGNIS wahrzunehmen.