Einwand 5:
„Hauptsache, die Musik gefällt mir besser!
Ob sie auch RICHTIG ist, spielt keine Rolle.“
Die Frage ist eigentlich doch diese:
Was darf bei WIEDERGABE eigentlich ein BESSER bedeuten?
Mehr Bass? Brillantere Geigen? Wärmere Stimmen? Mehr Auflösung?
Und wenn mir das alles besser GEFÄLLT – ist es deshalb auch RICHTIGER?
Natürlich darf jeder seine Musik hören, wie es ihm gefällt.
Aber dann reden wir über GESCHMACK und NICHT über WIEDERGABE.
Denn WIEDER bedeutet doch, etwas Vergangenes möglichst RICHTIG erneut wahrnehmbar zu machen. Nicht, es nachträglich nach persönlicher Vorliebe zu verfärben oder aufzuhübschen.
Ein Beispiel: Die Pauke im Orchester
Sie steht im Konzertsaal weit hinten. Ihr SCHALL erreicht unsere Ohren über völlig andere Wege und zu anderen Zeiten als der Direktschall der ersten Geigen.
Diese exakten räumlich-zeitlichen Beziehungen erlauben unserem Gehör erst zu erkennen, WO die Pauke tatsächlich steht.
Nun klingt sie über eine gesoundete HiFi-Anlage plötzlich gewaltiger:
- Mehr Druck.
- Mehr Details.
- Mehr vordergründige Präsenz.
Toll? Nur steht die Pauke jetzt akustisch plötzlich neben der ersten Geige!
Vielleicht, weil sie isoliert zu laut wiedergegeben wird. Vielleicht, weil die Phasen- und Laufzeitbeziehungen in der Kette verbogen wurden.
Und DAS soll die bessere Wiedergabe sein?
Bloß weil es spektakulärer knallt?
Mehr Auflösung am FALSCHEN WO ist keine richtigere Wiedergabe.
Millionen Jahre EVOLUTION
Unsere ZWEI Ohren haben sich nicht entwickelt, damit wir im Urwald beurteilen, ob das Knurren eines Säbelzahntigers musikalisch schön klingt.
Sondern weil es für unsere Vorfahren überlebenswichtig war, die EREIGNISSE ihrer Umwelt in Bruchteilen von Millisekunden exakt zu verorten:
- WO geschieht WAS?
- Wie weit entfernt?
- Kommt eine Bedrohung näher?
Ein falsch georteter Säbelzahntiger bedeutete das sofortige Ende aller weiteren Hörerlebnisse.
Deshalb ist unser Gehör kein bloßer Geschmacksrichter für hübsche Frequenzen.
Unser Gehör nutzt feinste zeitliche Unterschiede im SCHALL, um die EREIGNISSE unserer Umgebung räumlich wahrzunehmen.
Ganz selbstverständlich. INSTINKTIV!
Und genau diese Sensorik sitzt mit uns auf dem Sofa,
wenn wir Musik hören.
Und bei HiFi?
Am Ende der Kette erzeugen Lautsprechermembranen SCHALL.
Nur diesen SCHALL empfangen unsere Ohren.
Und aus seinen zeitlichen, räumlichen und dynamischen Eigenschaften entsteht im Gehirn die Gewissheit, WO die musikalischen Ereignisse stattfinden.
Kein HiFi-Gerät arbeitet zu 100 % fehlerfrei.
Jede mechanische oder elektrische Abweichung, die das Einschwingverhalten und die zeitrichtige Membranbewegung manipuliert,
kann die zeitlichen Beziehungen im SCHALL verändern – und damit auch das WO, an dem wir die musikalischen EREIGNISSE wahrnehmen.
Was nützt mir also die betörendste Klangfarbe, wenn das Ereignis am FALSCHEN ORT stattfindet?
Mein Maßstab
Die natürlicher Eigenschaften von Schall auch wahrnehmen zu können.
Das gelingt hier
mit konsequente Schall-Hygiene
Genau deshalb beschäftige ich mich mit mechanischer und akustischer Hygiene:
- Nicht, um Töne künstlich zu verschönern.
- Sondern damit die Membranen den Schall PÜNKTLICH und RICHTIG an die Luft abgeben – exakt so, wie es die Aufnahme vorgibt.
- Damit unsere ZWEI Ohren wieder instinktiv und mühelos erkennen: WO passiert WAS?
Mehr richtiges WO = Mehr ECHT.
Wer nur subjektiv gefälligere Töne sucht, kann ein Leben lang wieder und wieder neue HiFi-Geräte kaufen.
Wer dagegen echte WIEDERGABE will, braucht einen unbestechlichen Maßstab:
Nicht flüchtiges Gefallen, sondern die
möglichst 100 % zeitrichtige Wandlung der Signale in SCHALL –
damit unser biologischer Instinkt
das musikalische Geschehen
im Raum
wieder für REAL und PLAUSIBEL erklärt.